umgebaut: Mein Mittelalterstand unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften
umgebaut: Mein Mittelalterstand unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften

Da soll Frau nicht die Krise kriegen?

 

Gewänderzauber und die Pandemie

 

 

 

…und es ward eine Zeit, die gar surreal.

 

Eine dunkle Zeit, die da genannt wurde Pandemie!

 

 

 

Da hockten nun alle Zuhause in ihrem Kämmerlein und gingen nicht vor die Tür. Da es verboten war, andere Leute (außerhalb des eigenen Kämmerleins) zu treffen, überlegten die Menschen was sie so mit Ihrer Zeit anstellen könnten.

 

So erreichten mich auch ganz viele Anfragen – auch nach einem Termin…

 

„Weiß gar nicht was die alle haben, ich habe jetzt viel Zeit und würde mich für später einmal gerne ausmessen lassen!“
Leider musste ich diese Vorschläge mich Zuhause zu besuchen alle ablehnen (während des Lookdowns – daraus würde sicherlich ein Look out für meine Firma resultieren. Ja, und die 35.000,00 Euro Strafe wollte ich auch irgendwie nicht zahlen.) Obwohl vielleicht in den nächsten Jahrzehnten ein Auftrag aus diesen Terminen hätte generiert werden können.

 

Mein Vorschlag war stets: „Sie können eher versuchen einen Friseurtermin zu bekommen!“

 

 

 

Es ward so wie nach der Einführung des „Langen Donnerstag“ im Einzelhandel!
Damit hatten die Menschen nicht mehr Geld – aaaber viel mehr Zeit zum Shoppen.

 

Einige haben Ihre freie Zeit (Kurzarbeit, Lock down) genutzt, um über meinen „Onlineshop“ zu bestellen…
Sie bestellen „ZAHLUNGPFLICHTIG“! Bedeutet Sie schließen einen Kaufvertrag ab.
Indem Sie sich danach Einige einfach nicht mehr melden, ist Ihr Kaufvertrag leider nicht verschwunden...
Vielleicht berücksichtigen Sie, dass es Firmen gibt, die solche Sachen total spannend finden.
Auch wenn Einige sogenannte „Cookies“ bisher kalt gelassen haben, werden unbezahlte Rechnungen irgendwann einmal aufpoppen. (Die Dinger heißen dann SCHUFA-Einträge und zum Beispiel beim nächsten Handyvertrag, oder Mietvertrag, oder anderen unwesentlichen Verträgen tauchen diese „ignorierten“ Bestellungen dann einfach auf…) – Schwubb – wieder da!

 

 

 

Vieeel Freizeit: Nachdem dann alle Ihre Garage, Ihren Keller und halben Speicher aufgeräumt und entrümpelt hatten, (die Wertstoffhöfe haben irgendwann die weiße Fahne gehisst und Termine für die Abgabe von Sperrmüll vergeben...)

 

Naja, an dem Punkt wo Städte und Gemeinden die Aufräumwut so plötzlich gestoppt hatten, sahen sich die Menschen gezwungen sich anderen Tätigkeiten, längst aufgeschobenen Tätigkeiten zu widmen.

 

Zum Beispiel dem Mittelalterlager! Also Zelte flicken, Stühle, Tisch, Kochstelle bauen. Neue Seile zum Abspannen – aber HALT! Da war doch was! Genau! Ein Banner, eine Fahne, eine Standarte, ein Wimpel…

 

Seit Jahren sollte so ein Symbol das Lager schmücken! …und? Nix und! Kein Banner!

 

So erreichten mich also Anfragen für ein Banner, eine Fahne, eine Standarte, einen Wimpel…

 

Voller Elan habe ich die mir gesendeten Skizzen und Fotos und .jpgs kalkuliert. Alles an die Stickerei gesendet und meine Großhändler angerufen und nach den benötigten Farben gefragt.
Die Stickerei hat die Stichanzahl, die Größe, das benötigte Material und die Zeit berechnet. Vom Großhändler bekam ich das Feedback, mit Lieferzeit und Liefermenge.

 

Dann habe ich ein Angebot geschrieben. (EINS?)
Ich habe berechnet was und wieviel ich benötige und wie lange ich brauche…

 

Dann habe ich die Angebote zu den vermeintlichen Kunden geschickt…

 

Nach dem zwanzigsten Angebot mit Skizzen bezüglich, Banner, Fahne, Standarte, Wimpel, habe ich ein Musterangebot auf meine Homepage gestellt…

 

Tatsächlich verfügt mein Ordner „Angebot“ jetzt über insgesamt 30 NEUE, komplett ausgearbeitete Angebote für Banner, Fahnen, Standarte, Wimpel…

 

Eine weitere Anfrage kann ich zukünftig gaaaaanz schnell beantworten, denn ich muss die fertigen Angebote nur noch „aus der Schublade ziehen“!

 

…ob ich dabei wohl jede Glaubwürdigkeit bei meinen Großhändlern und bei der Stickerei, die meine Stickdateien programmiert verloren habe? (Hier sollte jetzt so ein „DENK-Nach-Smilie“ stehen!)

 

 

Jaaaaa, als ich dann nach Wochen am Schreibtisch kein Banner-Angebot mehr schreiben wollte, besann ich mich auf etwas Sinnvolles: Masken nähen!

 

Also ausprobieren, wie die Dinger am besten sitzen – bequem sitzen.

Gut, endlich beschäftigt…. Also Masken nähen!
Wie viele andere die absolut nichts zu tun hatten, waren jetzt ganz schlaue Leute im Web unterwegs die fanden, es wäre ja doof, wenn die Masken auch Masken genannt würden.

 

Da jeder jetzt so ein Ding bräuchte, würde jeder doch auch unter Maske suchen.

 

Nein! So einfach dann nun auch nicht.
Ja, und einfach abgeben, so völlig umsonst, quasi als Spende – wo kommen wir denn da hin?!

 

Also sind die Dinger kein Schutz – sondern ein Behelf. (Jetzt, mittlerweile, also nur Wochen später – sind die Dinger Pflicht. Das Nichttragen wird mancher Orts mit empfindlichen Geldstrafen geahndet…) (Auch hier sollte jetzt wieder so ein „DENK-Nach-Smilie“ stehen!)

 

 

 

Dann kam die Zeit, in der alle Waren nur noch per Logistikunternehmen die Menschen erreichten!

 

Selbst die ganz großen INTERNET-Anbieter (also auch die, die in Deutschland keine Steuern zahlen und wo es, laut der Werbung, ein Traum ist zu arbeiten…)
also selbst die, haben einen Zusatz zur Lieferzeit eingefügt. „Die Firma behält sich vor, erst einmal dringend benötigte Dinge des täglichen Lebens vor allen anderen auszuliefern.“

 

Lieferzeiten von mindestens 14 Tagen für Pakete und die Briefzustellung dauerte etwa 4 Tage.

Das ein Schichtsystem die Angestellten in zwei Gruppen teilte (damit sie sich nicht begegneten), beschleunigte das Ganze nicht gerade.

So wurde jeder Bestellung der Vermerk beigefügt: „Aufgrund der aktuellen Situation kommt es zu verzögerten Lieferzeiten.“ Meist noch mit der Bitte erst nach sieben Tagen anzurufen und nach der Sendung, deren Sendungs-ID sie per Internet folgen konnten, zu fragen…

 

So erreichte mich der verzweifelte Hilferuf einer Kundin.

 

„Ich habe die bestellte Ware noch nicht erhalten. Heute ist schon Montag und Sie haben mir mitgeteilt, dass die Sendung bereits am Donnerstag versandt wurde.“

 

….ja, und die Kundin hatte echt recht: Es war bereits Montag – Ostermontag.
…und ja, die Sendung habe ich am Donnerstag versandt – am grünen Donnerstag!

 

Frohe Ostern!

 

Geliebt habe ich diese Anfragen: „Da Sie zurzeit nicht arbeiten können und keine Märkte stattfinden dürfen, würden Sie dann nicht kostenfrei für mich Gewänder nähen? Würden Sie auf Ihren Arbeitslohn verzichten?

 

Kurz überlegt…

Sollten Sie noch auf meine Antwort warten, Sie finden auch keine in Ihrem Spam-Ordner.

 

 

 

Ich denke* ich habe auch das Böse getroffen…
– Ich habe das Böse im Maisfeld gesehen. Den anderen! Nicht „Mutter Abigail“!

 

Diese Kundin sagt mir „Sie sei in der Corona-Zeit entschleunigt!“

Ja, Gott-sei-Dank, denn nachdem Sie nur 34 E-Mails mit Drohungen, Ultimaten, Vorsatz, möglichem Lizenzbetrug und unmöglichen Forderungen geschickt hat…

…so möchte ich mir gar nicht ausmalen - Sie sei normal drauf…

(…habe das alles schön zusammengefasst. Einmal für die Kammer, für die Uni, für „ein Unternehmen“, welches auch Daten für die Schufa sammelt.)

 

Die Angst vor Kontrollverlust ist jetzt während der Corona-Pandemie doch etwas sinnfrei

Keiner kann das gerade kontrollieren!

 

Sie suchen ein Ventil, weil Sie mit der Gesamtsituation nicht fertig werden? „Bitte – sollten Sie nicht von Mutter Abigail – sondern dem Anderen träumen, wenden Sie sich bitte nicht an mich…!“
„In der Krise zeigt sich der Charakter!“

 

Hochzeitsgewandung mit einem Zeitlimit von 18 Arbeitstagen. Mit genauen Vorstellungen!

Angenommen Ihr esst gerne Fisch. Ihr geht also in ein Fischrestaurant, legt dem Chefkoch Eure mitgebrachten „Stabfischchen“ auf die Theke und erklärt ihm wie er sie zubereiten soll.

Im Mittelalter duzen wir uns…
Nach den ersten E-Mails zeigte sich bereits, dass das Ende blutig werden würde.
Also langsam zurückschrauben und auf „Sehr geehrte Frau“.
Ein paar E-Mails später: Unterschrift mit Vor- und Nachnamen.
Alles schön mit Bildern unterlegen und dokumentieren.
Das ausgesuchte Gewand, war etwas enger als das einer rothaarigen Disney-Figur, die versucht einen Pfeil abzuschießen. Versucht! Wir alle wissen ja – was mit dem Kleid geschah.

 

Das Kleid bestellt bei 36°C im Schatten aus reiner Wildseide mit einer Schürze aus Wolle. Zum Tragen der Wikingerschürze würde ein Satz „Schildkrötfibeln und eine weitere Fibel, zum Schließen in der vorderen Mitte benötigt werden. (Da kamen uns also schon die ersten Bedenken!)

Nachdem ich die Schürze zurückbekommen habe (nicht ohne Drohungen und mit „Ich fordere Sie hier mit auf…) Von wegen Look down – Show-down!!!

Also nachdem ich die Schürze zurückhatte, bestätigte sich meine Vermutung. Die Schürze hatte schwarze Abdrücke von einem Verschluss oder ähnlichem. Die Abdrücke waren aber zum Anziehen dieser Schürze an der völlig falschen Stelle.

 

Das Kleid sollte eine Schnürung erhalten. „Die Schnürung wirft Falten!“
Um das festzustellen wurde eine Expertin (eine Schneiderin) hinzugezogen!
Unglaublich! Falten! Jeder – also wirklich jeder kann bestätigen, dass beim Zusammenziehen von Stoff, der vorhandene Stoff zusammengezogen – also geschnürt wird. Eine Schnürung dient dazu Stoff mit Hilfe von Bändern oder ähnlichem zusammenzuziehen. Der vorhandene Stoff legt sich dabei in Falten.

Pech, dooooof: Keine vernünftigen Fibeln, kein Wetter für Wolle, keine Ahnung wie die Schürze getragen werden müsste…

Kein Thema, da nur die Umrandung für das Aussticken von Hand gestickt werden durfte, wird die Schürze jetzt vollendet und dann vernünftig getragen.

Bei der Herrentunika aufgegeben... Die Tunika ist wunderschön geworden und hat bereits vier Tage später (auf einem Mittelaltermarkt) einen neuen Eigentümer gefunden, der sich unglaublich über das schöne Stück gefreut hat.

 

 

Apropos:

 

Stellt Euch vor es ist Mittelaltermarkt und keiner geht hin…

 

Tja so war´ns, Tja so war´ns…

 

 

Es war also ein Markt – ein Sommermarkt!

Er fand statt unter Corona-Bedingungen.

 

Es gab ein Einbahnstraßensystem vor den Ständen. Mein Stand war mit einem kompletten, durchsichtigem Plastikvorhang abgehängt. Dieser trennte uns von den Kunden. Masken und sogar ein Visier waren am Start.

 

…und Desinfektionsmittel – vieeeeeeeel Desinfektionsmittel

 

Also – selbst ich habe mich sicher gefühlt. (Was ich beim Kauf von Joghurt im Supermarkt nicht sagen kann…)

 

Also – wie schon erwähnt ein Markt – draußen!

 

Das Einzige was das Ganze noch perfekter gemacht hätte, wären Besucher gewesen!

 

 

Kein Thema, es wart ein neuer Versuch gestartet.

 

Alle schreien nach Mittelaltermärkten und hier ist er. Zwei Wochenenden sind wir dabei! Unter Corona-Bedingungen! Maximal 350 Personen gleichzeitig! Mit Masken, Plastik, Plexiglas, Einweg und Einbahnstraßensystem…

 

…und die Fragen im Internet, bezüglich des Marktes, benötigen eigentlich einen weiteren kompletten Bericht.

 

Damit das Konzept (nur 1000 Personen am Tag) aufgeht, wurden die Marktbesuchszeiten in drei einzelne Zeiten geteilt. Für jede Phase gab es separate Tickets. (…drei Tickets oder noch besser ein Tagesticket – hätten einen ganzen Tag ergeben.)

 

Es hagelte Einträge in den sozialen Netzwerken, Foren und und und…

 

„Ob ich denn wüsste, dass die Besucher nur drei Stunden bleiben dürften?“

 

…und die lange Fahrtzeit.
Für die 175 km, habe ich mit der Kaffeepause etwas über 2 Stunden gebraucht. (ab Dormagen –liegt genau zwischen Düsseldorf und Köln)

 

Völlig neues Konzept: Wer sich nur EINE 3-Std-Aufenthaltskarte kauft, erhält am Eingang eine Art Halsband mit einer Farbpatrone! Aus dem Bereich Banküberfall, explodiert die Farbkapsel exakt nach drei Stunden- blau- wird sie nicht vorher entschärft. Wer also nach drei Stunden Zeitlimit, immer noch auf dem Markt herumschlumpft, ist deutlich an der blauen Farbe erkennbar. Keine Sorge die Stände sind mit Plexiglas geschützt! Die verfärbten Halsbänder kommen danach verschiedenen Tierschutzorganisationen zugute! 🐶

 

 

 

tja – und bei all dem soll Frau keine Krise kriegen?

 

(Fest stand: Es kommt eine Pandemie – nur nicht wann!)

 

…übrigens Yellow Stone ist bereits seit ewigen Zeiten überfällig!!!

 

Na - dann zieht Euch mal warm an!

 

 

 

 

 

 

 

*aus meiner Zeit in einer Anwaltskanzlei: „Ich denke!“ – Die Gedanken sind frei! (Bis in der letzten Distanz vor einem Bundesgericht!)